Pernell Roberts

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 Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag

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Adam4ever
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BeitragThema: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   So Feb 07, 2010 8:28 pm

Inhalt: Es geht um einen brisanten Tag im Leben der Cartwrights, der entgegen dem Titel alles andere als normal ist.

Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag

Es war früh am Morgen. Irgendwo in der Ferne krähte ein junger Hahn. Die Sonne kam langsam hinter den Bergen hervor und tauchte die weiten Grasebenen in ein sanftes Morgenrot. Die Ranch lag noch still im schützenden Schatten der großen Tanne. Nicht mehr lang und auch sie würde von hellem Sonnenlicht zum Leben erweckt. Auf den umliegenden Ranches war noch alles ruhig. Doch auf der Ponderosa begann der Tag früh. Hop Sing, der chinesische Koch war der erste, der sich morgens aus dem Bett erheben musste um das Frühstück vorzubereiten, Speck, Rührei und Brot. Während er in der Küche zu werkeln begann, regte sich draußen das erste Vieh. Die Pferde waren erwacht. Ein freudiges Wiehern drang aus dem Stall in den Vorhof, wo schon die Hennen fleißig nach Futter pickten.
Im Haus lag bereits der Geruch von gebratenem knackigem Speck in der Luft. Kaum war er nach oben gedrungen, wo sich die Schlafräume befanden, erwachte Hoss aus seinem Tiefschlaf. Der leckere Geruch drang ihm in die Nase und lockte ihn im Nachthemd hinunter, wo Hop Sing schon den Frühstückstisch gedeckt hatte.
„Nehmen Sie Platz Mistel Hoss“, begrüßte er ihn mit einem freundlichen Lachen im Gesicht.
„Morgen Hop Sing. Oh Mann habe ich einen Hunger. Das riecht verdammt gut.“
„Fangen Sie nur schon an Mistel Hoss, die anderen kommen sicher gleich“, sagte Hop Sing und verschwand wieder in der Küche um den Kaffe zu holen.
Während Hoss schon seinen Teller kräftig voll lud, kam Ben im Morgenmantel die Treppe heruntergeschlendert. „Guten Morgen Hoss, schon wach?“. „Ja Pa, der köstliche Geruch hat mich geweckt. Du kennst mich ja.“. „Ja, ja.“, entgegnete er lachend. „Lang nur ordentlich zu, wir haben eine Menge Arbeit vor uns.“ Hop Sing kam mit einer Kaffeekanne aus der Küche zurück. „Guten Morgen Mistel Carthwright, möchten Sie Kaffee?“. „Guten Morgen, ja ich brauch jetzt einen starken Kaffee um richtig wach zu werden.“ Schon hatte Hop Sing Ben und Hoss Kaffee eingeschenkt und war wieder in der Küche verschwunden. Ben griff gerade nach dem Rührei, als Adam schon fertig angezogen, die Treppe hinunter kam. „Morgen Pa, morgen Hoss.“ Wie aus einem Munde entgegneten Ben und Hoss: „Guten Morgen.“
„Gut geschlafen?“, fragte Ben. „Nicht wirklich, das Pferd macht mir Sorgen.“, antwortete er mit einem besorgten Blick. „Kannst du dir Sport gleich mal ansehen?“, fragte er Hoss.
„Ja klar. Ich frühstücke nur noch zu ende.“, nuschelte Hoss mit vollem Mund. „Was hat er denn?“, meldete sich Ben zu Wort. „Er hat sich doch vorgestern beim Viehtrieb einen spitzen Stein eingetreten und die Wunde hat sich gestern entzündet.“ „Ich habe doch für Shubber
diese neue Salbe beim Viehhändler gekauft, die hilft gegen alles Mögliche.“, sagte Hoss und schob sich einen weiteren Speckstreifen in den Mund. „Ach ja stimmt. Darf ich davon für Sport was nehmen?“. „Ja nehme sie nur, ich habe davon in rauen Mengen gekauft, weil sie zum günstigen Einführungspreis angeboten wurde. Watson meinte, er würde sie nur vierteljährlich neu geliefert bekommen.“ Nach ein paar Happen verschwand Adam in der Scheune um nach Sport zu sehen. Als Hoss sein ausgiebiges Frühstück beendet hatte, wischte er sich den Mund mit der Serviette ab und erhob sich vom Tisch: „Pa, ich gehe mal in die Scheune und schaue wie es Sport geht.“ „Mach das, bis Joseph aus den Federn kommt dauert es ohnehin noch eine ganze Weile“, entgegnete Ben. Hoss verließ das Haus und machte sich auf den Weg zur Scheune, wo Adam bei Sport stand und ihn striegelte. „Na, wie geht’s ihm?“
„Nicht gut, schätze ich. Sein Huf sieht übel aus.“ „Keine Sorge Adam den werden wir schon wieder hinbekommen.“ Hoss ging hinüber zum Regal und entnahm eine Salbentube.
„Das Zeug wird ihm helfen.“ Er reichte Adam die Tube und sah sich dann den Huf genauer an. „Du hast Recht, das sieht wirklich nicht gut aus. Am besten du versuchst es erstmal mit der Salbe und wenn es morgen nicht etwas besser ist, würde ich ihn zum Viehdoktor bringen.“
„OK Hoss, das werde ich machen.“ Während Adam Hoss’ Rat befolgte, ging Hoss zu Shubber hinüber um auch ihn mit frischem Wasser und Hafer zu versorgen.
Im Haus hatte Ben das Frühstück ebenfalls beendet und begann in der Tageszeitung von Virginia City zu stöbern, als sich endlich Joe dazu bequemt hatte aufzustehen. schlaftrunken und sich die Augen reibend kam er die Treppe hinunter gewankt. Gähnend setze er sich an den Tisch und schenkte sich Kaffee ein, denn Hop Sing hatte längst mit anderen Arbeiten begonnen. „Guten Morgen Joseph, es ist gestern Abend mal wieder ziemlich spät geworden was?“ „Hm ja Pa“, antwortete er erneut gähnend. „Joe, wir haben eine Menge Arbeit vor uns, du darfst abends nicht so spät ins Bett gehen. Die Arbeit macht sich schließlich nicht von alleine.“ „Aber Pa, wir ackern schon seit Wochen mit den Viehherden und da sind immer noch jede Menge Kälber die gebranntmarkt werden müssen.“ „Dann weißt du ja, was du heute zu tun haben wirst“, entgegnete Ben mit strenger Stimme. „Sag Adam er soll die neugeborenen Kälber durchzählen und notieren. Wir müssen bald wieder Rinder nach Kentucky bringen und dort das neue Zuchtvieh abholen.“ „OK Pa“, sagte Joe, während er sich Rührei auf den Teller schaufelte. „Ich werde inzwischen mal zu den Baumfällern hinüber reiten und nach dem Rechten sehen. Der 3-Hektar-Auftrag muss in 3 Tagen erfüllt sein“, sagte Ben während er sich seinen Pistolenhalfter umschnallte und seinen Hut nahm. „Bis später Joe und beeile dich mit dem Frühstück, deine Brüder warten schon auf dich.“ Mit diesen Worten verließ Ben das Haus, sattelte Buck und machte sich dann auf den Weg.
Hoss und Adam warteten schon auf dem Vorhof auf Little Joe, der sich wie üblich viel Zeit ließ. Hoss hatte Shubber gesattelt, während Adam einen noch jungen, gerade erst eingerittenen Hengst fertig machte, sodass Sport sich ausruhen konnte. Nach einer Weile erschien Joe dann endlich. Schnell sattelte er Cochise und die Brüder machten sich auf den Weg zu einem Teil der Ponderosa-Herde auf der Nordweide. Ein einstündiger Ritt lag vor ihnen um den derzeitigen Weideort der Viehherde zu erreichen. Die Sonne stand schon hoch am Himmel und brannte den Dreien mächtig auf den Pelz, auch die Pferde hatten mit der Hitze zu kämpfen und schwitzten. Es war schon außergewöhnlich heiß für diese Uhrzeit.
Am Zielort angekommen mussten erstmal die Pferde am Flussufer getränkt werden. Auch die Herde hatte sich zum Fluss begeben auf der Suche nach Wasser. Joe, Adam und Hoss nahmen einen kräftigen Schluck aus ihren Feldflaschen. „Joe, fang du wieder die Kälber ein, Hoss du hältst sie fest und ich branntmarke sie, wie gestern OK?“ „Ja ist gut Adam“, entgegnete Hoss.
Während Joe mit einem Lasso los ritt um das erste noch ungekennzeichnete Kalb ausfindig zu machen, begannen Hoss und Adam ein Feuer zu entfachen um das Ponderosa-Brannteisen zu erhitzen. „Puh, bei der Hitze brauchen wir bald kein Feuer mehr“, scherzte Adam dem die Schweißperlen von der Stirn rannen. „Ja, es ist heute verdammt heiß. Viel zu heiß zum Arbeiten“, entgegnete Hoss. Kaum war das Eisen im Feuer, kam Joe schon mit dem ersten Kalb im Schlepptau angeritten. Hoss packte es mit seinen kräftigen Armen und hielt es Adam hin, der dem Kalb das heiße Eisen auf den Pelz drückte. Das Kalb zappelte und versuchte sich aus Hoss’ Griff zu befreien, doch dieser hielt es fest umschlungen. Es dampfte und zischte, schon war der Ponderosa-Baum, das Branntzeichen im Fell des Kalbes zu erkennen.
Hoss tätschelte das Kalb, befreite es aus der Lasso-Schlinge und rief freudig: „So das war’s schon Kleiner. Los, lauf zurück zu deiner Mama, die vermisst dich sicher schon!“ Er gab dem Kalb einen leichten Klaps auf das Hinterteil und schon lief es zurück zur Herde und verschwand in der Masse. So ging es dann einige Stunden bis endlich das letzte Kalb gekennzeichnet war. Inzwischen war es Mittagszeit. Hoss, Joe und Adam ließen sich im Schatten eines Baumes nieder und aßen ihre mitgebrachten Hähnchenkeulen mit Brot.
Joe hatte nicht viel Appetit. Deshalb zog er seinen Hut tief in die Stirn und begann ein Nickerchen. „Unser kleiner Bruder hat wohl immer noch nicht genug geschlafen“, machte sich Hoss lustig. „Kein Wunder! Pa hat erzählt, dass er gestern Nacht erst gegen 12 Uhr nach Hause gekommen ist“, sagte Adam. „Wo treibt er sich denn nachts immer so lange herum? Er weiß doch das Pa das nicht gerne sieht. Jedenfalls nicht unter der Woche“, entgegnete Hoss.
Joe bekam von dem Gespräch nichts mit, denn er schlief bereits tief und fest.
„Na, lassen wir ihn eine Weile dösen. Wir können ja derweil mal nach dem Allgemeinzustand der Herde schauen. Die Rinder die wir in ein paar Wochen nach Kentucky bringen müssen, dürfen auf keinen Fall krank sein“, sagte Adam. Beide erhoben sich. Hoss wischte sich den Schweiß mit einem Tuch von der Stirn. Dann schwangen sie sich auf ihre Pferde und ritten zur Herde hinüber, die derweil schon ein Stück weiter gezogen war.
Die Tiere sahen trotz der Hitze recht munter aus und grasten ruhig auf der Weide, einige Rinder säugten ihre Kälber, andere lagen im Gras und ruhten sich aus.
Als Hoss und Adam aber näher heran ritten, erhoben sie sich und die Herde setze sich in Gang. So konnten die beiden sehen, ob alle Tiere wohl auf waren und keines lahmte oder dergleichen. Nun trennten Hoss und Adam sich um jeweils in einer anderen Richtung abseits geratene Tiere ausfindig zu machen und sie zurück zur Herde zu bringen. Es dauerte nur einige Minuten da hatte Hoss schon 3 verirrte Tiere aufgespürt und trieb sie zurück zum Rest der Herde. Auch Adam hatte eine verirrte Kuh und ihr Kalb gefunden, jedoch gab es auch mehrere Kadaver, die sich im Schatten eines Baumes häuften. Adam trieb die beiden Tiere zurück und berichtete Hoss über seinen Fund. Zusammen ritten sie zu dem Ort.
„Das waren Berglöwen, die aus den Bergen dort gekommen sind“, stellte Adam fest und wies mit dem Arm in Richtung Gebirge. „Ja du hast Recht Adam. Sie weisen alle einen Kehlbiss auf“, entgegnete Hoss. „Dieses Jahr haben wir schon sehr viele Kälber durch die Pumas verloren. Das wird Pa sicher nicht gefallen“, sagte Adam. „Gebranntmarkt haben wir heute 53 Kälber, überleben werden davon sicher höchstens zwei Drittel bis zum Winter.“
„Das denke ich auch“, sagte Hoss „die Pumabestände sind wieder stark angewachsen. Die Rancher haben das Jagen vernachlässigt“, stellte Hoss fest.
Plötzlich sahen sie, dass sich etwas zwischen einigen Felsen bewegte.
„Sieh mal Adam! Da hinten ist einer von den Mistviehchern!“
Beide sprangen von ihren Pferden ab und nahmen ein Gewehr zur Hand.
Sie trennten sich wieder auf in zwei verschiedene Richtungen um den Puma von zwei Seiten her einzuschließen. Adam schlich geduckt durch das hohe Gras. So näherte er sich dem Puma auf einige Meter Entfernung. Gerade wollte er sein Gewehr zum Schuss ansetzen, als er feststellte, dass es mehr als ein Puma war. Zudem hatten einige weißen Schaum am Maul.
„Hoss!“, rief er zu seinem Bruder hinüber, der sich auf der anderen Seite der Felsens befand.
„Pass auf, es sind mehr als einer und einige scheinen tollwütig zu sein.“
„OK Adam, schießen wir so viele wie wir können.“ schrie Hoss in Adams Richtung.
Die Pumas hatten die Gefahr gewittert. Einige versuchten zwischen den Felsen zu verschwinden. Andere duckten sich im Gras. „Warte in der Grasebene, ich versuche sie dir von den Felsen aus zu zutreiben“, rief Adam und verschwand hinter einem großen Steinbrocken. Hoss stand geduckt im hohen Gras und wartete darauf, dass Adam einen Puma aufscheuchte, den er abschießen konnte. Es dauerte nicht lange, da kamen schon die ersten beiden Berglöwen aus ihrem Versteck hervor gelaufen. Hoss eröffnete das Feuer, auch Adam feuerte von den Felsen aus. Die beiden Pumas waren sofort getroffen und sanken im Gras zusammen. Hoss rannte sofort zu ihnen. „Einer von den beiden hatte Tollwut“, rief er Adam zu. „Ja, pass auf da sind noch mehr“, hallte es von den Felsen. Ein Schuss war zu hören, aber Hoss konnte keinen Puma entdecken. „Adam?“ schrie Hoss. „Alles OK bei dir?“
Doch kaum war der Hall seines Rufes verstummt, war ein neuer Schuss gefallen.“
„Adam? Wo bist du?“, schrie Hoss besorgt in Richtung des Schusses.
Adam erschien auf einem Felsen. „Alles OK Hoss. Ich habe noch zwei tollwütige erwischt.“
Adam wollte gerade den Felsen hinunterklettern als aus dem Dickicht ein weiterer Puma mit dickem Schaum vor dem Maul erschien. Er rannte in Richtung der Grasebene, wo Hoss wartete. Er lief direkt auf ihn zu. „Hoss, Vorsicht!“, rief Adam erschrocken. Doch Hoss hatte nicht damit gerechnet und reagierte zu spät. Doch der Puma lief an ihm vorbei in Richtung des offenen Graslandes. Hoss reagierte nun und feuerte. Er verfehlte aber den flüchtenden Puma.
Hoss und Adam sahen, wie der Puma auf ihre Pferde zu lief. „Hoss, die Pferde! Schieß!“ schrie Adam, der aus den Felsen zu Hoss gerannt kam. Hoss feuerte drei Schüsse kurz hintereinander ab, aber auch diese verfehlten den flüchtenden Puma. Er wankte, rannte in merkwürdigen Kurven, denn die Tollwut setze ihm zu. Mit einem Satz sprang er Adams Pferd an und biss es in das linke Hinterbein. Das Pferd wieherte und trat mit den Hufen aus.
Es hatte den Puma am Kopf erwischt. Adam und Hoss rannten auf die Pferde zu. Schweiß gebadet und außer Atem erreichten sie Shubber und den jungen Hengst. Der Berglöwe war bereits tot. Sein Schädel war zertrümmert. Hoss beruhigte den aufgebrachten Shubber, nahm ihn an den Zügeln und redete ihm besänftigend zu. Adam hatte den jungen Hengst ebenfalls an den Zügeln gepackt. Das Pferd war noch immer wild und schlug mit den Hinterhufen aus.
„Ruhig mein Junge, ruhig“, redete er auf das Pferd ein. Hoss kam Adam zu Hilfe und packte den Hengst auf der anderen Seite am Halfter. Langsam beruhigte sich das Pferd.
Hoss näherte sich vorsichtig dem Hinterbein des Hengstes.
„Misst, das Vieh hat ihn gebissen. Hoffentlich ist er noch nicht infiziert.“
Schnell nahm er die Feldflasche, die an Shubbers Sattel hing und goss sie über der Bissstelle aus. „Hoffentlich ist es noch nicht zu spät.“, sagte Hoss. „Glaubst du er hat eine Chance zu überleben, Hoss?“, fragte Adam ihn mit wenig Hoffnung in der Stimme. „Wenn er nicht zu tief gebissen hat, hat er eine Chance. Komm wir bringen ihn zur Ranch.“
Die Brüder schwangen sich in die Sättel und ritten zu dem Ort zurück an dem sie Joe zurück gelassen hatten. „Wo ist Joe?“, fragte Hoss. „Er saß doch vorhin noch dort am Baum.“
Adam und Hoss stiegen von ihren Pferden ab. „Hey, da liegt er doch!“, Adam deutete mit einer Armbewegung auf eine Stelle im Gras. Joe war in das hohe Gras eingesunken und schlief tief und fest mit dem Hut im Gesicht.
„Hey Joe, aufwachen du Faulpelz“, schrie Hoss ihn an.
Joe schreckte aus dem Schlaf auf und fragte verdutzt: „Was ist denn, musst du mich so erschrecken. Warum weckt ihr mich überhaupt auf.“
„Warum lieber Bruder? Weil wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben und du hier döst während wir uns mit tollwütigen Berglöwen herumschlagen müssen, die auch noch den Hengst angefallen haben.“, fuhr Adam Joe wütend an. „Was sagst du? Tollwütige Berglöwen?“ „Ja tollwütige Berglöwen Joe“, sagte Hoss mit ernster Stimme.
„Komm jetzt aus dem Gras raus, wir müssen das Pferd zur Ranch bringen“, sagte Hoss und half Joe hoch. Die drei Brüder schwangen sich in die Sättel und ritten los. An einer Weggabelung entschieden sie sich, dass Adam mit dem verwundeten Pferd alleine zur Ranch zurück reitet und Hoss und Joe während dessen schon mal in die Stadt reiten, wo Vorräte abzuholen waren. „Ich komme dann später mit der Kutsche nach, holt ihr schon mal Geld von der Bank ab und bezahlt die Sachen“, rief Adam seinen Brüdern zu und bog dann an der Weggabelung links ab, während Joe und Hoss rechts abbogen in Richtung Virginia City.
„Komm halt durch mein Junge“, sagte er zu seinem Pferd und tätschelte seinen Hals. Das Pferd galoppierte tapfer vorwärts trotz seiner Bisswunde. Die Sonne knallte vom Himmel. Es war eine unerträgliche Hitze, die dem Pferd sichtlich zusetzte. Doch es hielt tapfer durch.
Die Vegetation an der Adam auf dem staubigen Pfad vorbei ritt, sah verdorrt und ausgetrocknet aus. Es hatte schon seit Wochen nicht mehr geregnet. Nach einer Weile fing der junge Hengst an zu straucheln. Adam wollte ihn gerade abbremsen, als das Pferd immer stärker wankte und schließlich im vollen Galopp das Gleichgewicht verlor. Es brach zusammen. Adam wurde ein paar Meter über den staubigen Boden geschleudert und traf dann mit dem Rücken gegen einen Felsen, der ihn abbremste. Reglos blieb er liegen. Das Pferd lag in sich zusammengesackt am Straßenrand. Es wurde umhüllt von einer dicken Staubwolke, die der Sturz aufgewühlt hatte. Mit weit geöffneten Nüstern sog es die staubige Luft ein, wieherte vor Schmerzen, aber Adam rührte sich nicht.
Joe und Hoss waren während dessen in Virginia City angekommen.
Trotz der Hitze herrschte ein reges Treiben in der Stadt.
Miss Abigail Jones fegte gerade ihre Veranda und grüßte Hoss und Joe.
„Hallo, Miss Jones! Wie geht’s?“ entgegneten die beiden.
An der Straßenecke war gerade die Postkutsche aus San Francisco angekommen.
Mehrere gut gekleidete Herren in Anzügen und zwei Damen in edlen Kleidern und mit Sonnenschirm stiegen aus der Postkutsche aus und gingen in Richtung Hotel.
„Sieh mal Hoss, die ist aber hübsch.“, sagte Joe und schaute der Dame mit den blonden langen Haaren hinterher. „Komm schon Joe, wir haben jetzt keine Zeit schöne Damen auszuführen. Pa hält uns heute Abend wieder eine Standpauke, wenn wir nicht unsere Arbeit erledigen.“ Hoss nahm Joe am Arm und riss ihn in die andere Richtung. Dieser blickte der Dame trotzdem mit verträumtem Blick hinterher. „Komm jetzt, wir müssen das Geld von der Bank abholen.“ „Ach, Hoss. Wie wär’s wenn du das Geld abholst und ich uns beiden im Saloon schon mal ein kaltes Bier bestelle?“ schlug Joe vor.
„Hm, ein kaltes Bier könnte ich jetzt auch vertragen. Na gut, aber nur, wenn du mir versprichst, die Damen in Ruhe zu lassen und dich nicht in sonst irgendwelche Schwierigkeiten zu bringen.“ mahnte Hoss seinen Bruder. „OK, ich versuch’s“, antwortete Joe mit einem Grinsen und zwinkerte seinem Bruder zu.
Hoss trat in die Bank von Virginia City ein um das Geld für die Vorräte zu holen, während Joe sich auf den Weg zum Saloon machte. Dort ging er an den Tresen und sagte: „Zwei Bier, kalt!“. Einige Minuten später standen zwei große kalte Bierkrüge vor ihm. Er nahm einen kräftigen Schluck. „Ah, das tut gut. Ziemlich heiß hier oder?“, fragte er den Wirt.
„Ja, Joe ist zwar ganz schön nervig auf Dauer, aber gut für die Kasse.“
Joe legte zwei Münzen auf den Tresen und setze sich dann mit den Bierkrügen an einen der zahlreichen Tische um auf Hoss zu warten. An einigen Tischen unterhielten sich Cowboys spielten Karten oder amüsierten sich mit den Saloon-Girls. Jemand spielte am Klavier ein
typisches Saloonlied und der Wirt schenkte weiter fleißig kaltes Bier aus.
Hoss stand sich währenddessen in der Bank buchstäblich die Beine in den Bauch. Es war ziemlich voll, anscheinend wollte halb Virginia City ausgerechnet jetzt Geld abholen oder einzahlen. Hoss stand genervt in einer langen Schlange. Als er endlich an der Reihe war, nannte er den Geldbetrag, den er für die Vorräte von dem Konto seines Vaters abheben durfte und unterschrieb mit einer schwungvollen Handbewegung mit dem Namen „Cartwright“. Er bekam das Geld ausgehändigt, stopfte es eilig in seine Brieftasche und verließ die Bank. Draußen blickte er in die Sonne, die heiß auf seiner Haut brannte. Er blinzelte und wischte sich dann mit einem Halstuch den Schweiß von der Stirn. Dann ging er zum Saloon hinüber.
Er blickte zum Tresen, Joe war nicht zu sehen. Hoss’ Blick suchte die Tische ab und er entdeckte ihn mitten in einer Runde von Cowboys, die Poker spielten. Das waren allesamt zwielichtige Typen, die Hoss nur allzu oft schon schlecht aufgefallen waren. Ständig prügelten sie sich herum, belästigten betrunken Leute oder betrugen beim Kartenspielen.
Was Vernünftiges war mit den Trunkenbolden nicht anzufangen.
Hoss schritt sofort auf Joe zu und sagte: „Komm, wir müssen die Vorräte abholen.
Adam kommt sicher gleich.“ „Aber Hoss, ich bin gerade mitten in einem Pokerspiel und ich glaube, ich habe eine Glückssträhne. Außerdem hast du dein Bier noch nicht getrunken. Ich würde mich aber nicht wundern, wenn es inzwischen warm ist, so lange wie du gebraucht hast“, meckerte Joe. „Ich konnte nicht schneller kommen, in der Bank stand eine riesige Schlange Leute.“ Kaum hatte Hoss diesen Satz beendet knallte ein Cowboy sein Blatt auf den Tisch und rief: „Full-House!“
Alle anderen Männer am Tisch deckten ihre Karten auf, sie hatten verloren, Joe eingeschlossen. „Ähm …ich habe wohl doch keine Glückssträhne“, gab Joe zu.
„Los Joe rück die Mäuse raus. Du hast 400$ gesetzt“, fuhr ihn der Sieger der Pokerrunde an.
„Du hast doch nicht etwa um Geld gespielt, Little Joe?“ fragte Hoss nervös.
„Doch“, antwortete Joe etwas kleinlaut und nahm eine Abwehrhaltung ein, weil er damit rechnete, dass Hoss wütend werden würde. „Na schön kleiner Bruder, dann sieh mal zu, wie du die 400 Moneten zusammen bekommst. Wie ich dich kenne, bist du doch wieder blank“, sagte Hoss mit aufgebrachter Stimme. „Ich will mein Geld sofort“, raunzte der halb betrunkene Cowboy Joe an. „Wer garantiert mir sonst, dass ihr euch wieder blicken lasst?!“
„Also gut Joe, ich habe eben 300$ von der Bank geholt für die Vorräte. Wir gehen noch mal hin und holen den Rest, dann zahlen wir deine Schulden ab. Du kannst dir in der Zwischenzeit ja schon mal eine Ausrede für Pa überlegen, was du mit den 400 Riesen gemacht hast“, sagte Hoss zu seinem jüngeren Bruder. „Nein halt, der Kleine bleibt hier und du holst das Geld“, warf der Cowboy ein. „Sonst seid ihr nachher beide spurlos verschwunden, dass kenne ich.“
Hoss wollte gerade losgehen um das fehlende Geld zu besorgen, als Joe ihn am Arm packte und ihm zuflüsterte: „Du Hoss, ich glaube, die spielen mit gezinkten Karten. Das Geld hat er nicht ehrlich gewonnen.“ „Joe du weißt doch, dass im Saloon selten ehrlich gespielt wird. Das hättest du dir vorher überlegen müssen. Bleib jetzt ruhig hier sitzen, während ich das Geld hole. Nicht, dass es noch eine Schießerei hier gibt. Denk daran, sie sind zu zehnt und du bist alleine wenn ich jetzt gehe. Also bleib ruhig und warte auf mich“, warnte ihn Hoss.
Hoss verließ den Saloon und machte sich erneut auf den Weg zur Bank.
Joe aber wollte den Falschspielern beweisen, dass die Karten gezinkt waren.
„Na dann zeigt mal die Karten her, damit ich mich davon überzeugen kann, dass du das Geld ehrlich gewonnen hast.“ Joe griff nach dem Kartenstapel, aber Ed, der Sieger der Pokerrunde packte Joes Hand und hielt sie fest. „Niemand betrügt hier. Lass die Karten in Ruhe“, fuhr er Little Joe an. „Wenn ihr sauber seid, warum darf ich dann die Karten nicht anschauen?“ fragte Joe zu Recht. „Weil ich mir ungern von einem kleinen Pimpf wie dir in die Karten schauen lasse“, schrie der Cowboy ihn halbtrunken an. „Das ist kein Argument und außerdem bin ich kein Pimpf du möchte gern Pokerface!“ schrie Joe zurück. Doch ehe Joe sich versehen hatte, kam es zu einer Prügelei. Ed packte ihn am Kragen und hob ihn vom Stuhl. Joe reagierte blitzschnell schon hatte Ed seine linke Faust zu spüren bekommen. Aber dieser berappelte sich schnell wieder und schlug auf Joe ein. Dieser bückte sich rasch und die Faust flog an seiner rechten Gesichtshälfte vorbei. Doch ein rechter Haken folgte so gleich, der Joe mitten auf die Nase traf. Nun mischten sich auch die neun Kumpel von Ed ein. Zwei hielten Joe fest.
Dieser werte sich, konnte sich aber nicht aus dem Griff der beiden befreien. Ed drosch auf ihn ein.
Während die Prügelei im Saloon ihren Lauf nahm, kam Adam auf dem staubigen Pfad langsam wieder zu Bewusstsein. Mühsam rappelte er sich auf und schleppte sich zu seinem Pferd, das reglos am Rand der Straße lag. Adam streichelte ihm sanft über die Nüstern und flüsterte ihm zu: „Bist du verletzt Dynamit?“ Adam erblickte seine Feldflasche, die einige Meter entfernt in einem dornigen Busch gelandet war. Er nahm sie, trank einen kräftigen Schluck und goss dann dem Pferd das letzte Wasser ins Maul. Dann untersuchte er die Beine des Pferdes. Der linke Vorderlauf war mehrfach gebrochen. „Das sieht übel aus“, stellte Adam fest. Das Pferd regte sich kaum noch, so beschloss Adam nach einer Weile das Pferd von seinen Qualen zu erlösen. Er nahm dem Pferd die Satteltasche und sein Gewehr vom Rücken, flüsterte ihm zu: „Tut mir leid, mein Junge, aber glaube mir, so ist es besser.“ Er trat einen Schritt zurück, zielte und drückte ab.
Der Gewehrschuss durchbrach die Stille der ausgetrockneten Landschaft.
Adam packte die Satteltasche, schwang sie über seine Schulter und begann sich die Straße entlang zu schleppen. Sein Hemd war von dem Sturz teilweise zerrissen und er war über und über mit Staub bedeckt. Es waren noch gut vier Kilometer bis zur Ranch. Die Sonne brannte noch immer von oben herab. Adam kämpfte sich eine halbe Stunde die endlose, staubige Straße entlang. Der Schweiß rann ihm unentwegt über die Stirn. Die Hitze setzte ihm zu, aber weit und breit war keine Wasserquelle, dass wusste Adam genau.
Nach einer Weile hörte er das Galoppieren von Pferdehufen. Er blickte über seine Schulter nach hinten. Dort kam tatsächlich ein Pferdewagen. Dieser wurde langsamer und hielt neben Adam an: „Hallo, wir haben ein totes Pferd zwei Kilometer von hier gesehen, gehörte es Ihnen?“ „Ja“, sagte Adam mit staubiger Kehle. „Ich musste es erschießen. Sein Vorderlauf war mehrfach gebrochen. Könnten Sie mich ein Stück mitnehmen?“ fragte Adam den Kutscher. „Ja wir fahren sowieso in diese Richtung. Steigen sie auf den Wagen“, entgegnete der Mann und half Adam auf die Kutsche.
Nach etwa zwei Kilometern Fahrt ließ er sich wieder absetzen, dankte dem Mann und ging auf die Ponderosa-Ranch zu, die nicht weit vor ihm lag. Auf dem Vorhof nahm er eine große Kelle Wasser und goss sie sich über den Kopf, dann nahm er ein paar Schlucke und ging ins Haus. Dort ließ sich aber keine Menschenseele blicken. Weder Hop Sing noch Ben waren aufzufinden. Auf dem Esstisch entdeckte Adam einen Zettel. Er war von Ben:

Kommt schnell zum östlichen Holzfällercamp.
Die Arbeiter streiken aufgrund der Hitze.
Ich brauche eure helfenden Hände.
Es ist dringend, kommt sobald ihr eure Arbeiten erledigt habt.
Euer Pa

Adam hatte die Nachricht seines Vaters gerade zu ende gelesen, als ihm einfiel, dass Hoss und Joe ja in der Stadt auf ihn warteten. Er holte schnell zwei frische Pferde aus der Scheune, spannte sie vor die Kutsche und machte sich auf den Weg nach Virginia City.

In der Stadt wollte Hoss gerade in die Bank eintreten um das Geld für Joe abzuheben, als ihm ein relativ kleiner Mann hektisch entgegen gerannt kam. In seiner Aufregung rannte er Hoss in die Arme. Hoss wollte sich gerade bei dem Mann entschuldigen, als er sah, dass dieser maskiert war. Kaum hatte er realisiert, was passiert war, kam ihm schon der Bankier aufgebracht entgegen gerannt: „Hilfe! Überfall! Die Bank wurde ausgeraubt! Überfall!“
Hoss verstand und reagierte blitzschnell. Kaum konnte der maskierte Mann davon laufen, warf Hoss sich auf ihn und hielt ihn mit seinen kräftigen Armen fest. Der Bankräuber hatte keine Chance. Schon hatte Hoss ihm den Colt abgenommen. Inzwischen hatte sich eine Traube Menschen am Ort des Geschehens versammelt. Aufgeschreckt und wild diskutierend rannten die Leute wie eine aufgebrachte Hühnerschar vor der Bank herum. Der Bankier kam zu Hoss gelaufen. „Hoss, du hast ihn eingefangen! Das ist der Dieb!“
„Der ist mir doch glatt in die Arme gelaufen, Henry“, entgegnete Hoss lachend und mit einem Hauch von Stolz in der Stimme. „Bring ihn zum Sheriff! Der gehört ins Kittchen“, sagte der Bankier völlig außer Atem und nahm dem Banditen die Beute ab. „Ist gut Henry. Los geh schon du Ganove“, sagte Hoss mit ernster Stimme und drückte dem Bankräuber die Pistole in den Rücken. Sie steuerten geradewegs auf das Gefängnis zu. Im Haus saß der Deputy, der Hilfssheriff. „Hallo Smith! Der Kerl hier hat gerade versucht die Bank auszurauben“, sagte Hoss. „Was? Alleine?“, fragte der Hilfssheriff verwundert. „Ja, da war nur der eine“, entgegnete Hoss. Mr. Smith trat dem Bankräuber gegenüber, riss ihm die Maskierung herunter und sagte: „Ah, das ist wieder einer von den Wilson-Brüdern. Die machen schon seit Tagen die Stadt unsicher. Gut, dass wir wenigstens einen der Drei schon mal aus dem Verkehr ziehen können. Ich habe nur darauf gewartet, dass die irgendetwas anstellen.“ Der Deputy ging zum Schreibtisch, schloss eine Schublade auf und entnahm einige Scheine. „Hier Hoss, du hast eine Belohnung verdient. Das sind 300$. Coffee meinte, ich solle ihm sofort bescheid geben, wenn die Wilson-Brüder irgendeine Aktion starten. Leider kann ich hier jetzt nicht mehr weg, weil ich jetzt auf den hier aufpassen muss“, er deutete auf den Bankräuber. „Sonst erscheinen noch seine Brüder hier und befreien ihn.“ „Hoss kannst du zu Sheriff Coffee gehen und ihn über den Banküberfall unterrichten?“ fragte Mr. Smith. „Hm, ja OK, aber ich muss erst noch etwas erledigen, danach kann ich mich darum kümmern, wenn du mir verrätst, wo Sheriff Coffee ist“, antwortet Hoss. „Ja also ich habe Mr. Coffee schon einige Stunden nicht mehr gesehen. Er wollte eigentlich nur seinen Rundgang in der Stadt machen und nach dem Rechten sehen.
Er müsste eigentlich dort irgendwo sein. Falls er hier auftaucht, bevor du ihn gefunden hast, berichte ich es ihm selbst“, sagte der Deputy. „Danke Hoss.“ Dann schob er den Gefangenen in eine der Gefängniszellen und schloss sie ab.
„OK, bis dann Deputy.“ Hoss verließ das Gebäude.

Adam hatte inzwischen die Kutsche vor dem Kaufladen abgestellt. Er sprang vom Wagen und ging in den Laden hinein in dem Glauben er würde Hoss und Joe schon beim zusammenpacken der gekauften Waren antreffen. „Hallo Luke, waren meine Brüder schon hier?“ fragte Adam. „Hoss und Joe? Nein, die waren heute nicht hier“, antwortete der Verkäufer. „Komisch, wo stecken die beiden nur wieder?“ fragte Adam sich laut.
„Wenn ich sie sehen sollte, sage ich ihnen bescheid, dass du sie suchst, Adam.“
„OK, danke Luke. Kannst du schon diese Sachen aus dem Lager holen? Das sind die Vorräte, die unser Pa bestellt hat.“ Er reichte dem Verkäufer eine lange Liste. „Ich muss meine Brüder suchen, ich komme gleich wieder“, sagte Adam. „OK, mach’ das Adam. Bis gleich.“
Adam verließ den Laden. Die Glocken an der Tür bimmelten. Die Tür fiel ins Schloss.
Adam überlegte, wo seine Brüder stecken könnten und entschloss sich im Saloon nach ihnen zu suchen. Im Saloon, hatte sich die kleine Prügelei inzwischen zu einer Massenprügelei entwickelt. Der Wirt versuchte verzweifelt teure Brandy-Flaschen und Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen und mahnte die Leute vergeblich wieder und wieder dazu, die Prügelei draußen anstatt in seinem Laden fortzuführen.
Doch niemand reagierte auf ihn. Kaum ein Möbelstück war noch ganz, die Gardinen hingen neben den Fenstern, etliche Gläser waren zertrümmert und lagen in Scherben überall im Saloon verstreut. Einige betrunkene Cowboys standen auf den wenigen Tischen, die noch ganz waren und prügelten sich, andere wälzten sich auf dem Boden. Adam trat durch die Saloontür. Sein Blick überflog die prügelnde Masse. In einer Ecke entdeckte er einen betrunkenen Kerl, der auf Joe eindrosch. Sofort eilte Adam zu ihm, riss den Kerl an der Schulter herum und schlug ihm mit voller Kraft seine rechte Faust ins Gesicht. Der Betrunkene sank bewusstlos zu Boden. Joe saß zusammengeschlagen in der Ecke. Seine Nase blutete und sein Auge war dick angeschwollen. „Joe, hörst du mich…Joe!“ rief Adam und klopfte ihm sachte auf die Backe, sodass er langsam zu sich kam. „Adam…bist du das?“
„Ja Joe“, antwortete Adam. „Komm, ich helfe dir hoch.“ Er legte Joes Arm um seine Schulter und schleppte seinen Bruder aus der Gefahrenzone. Hoss entdeckte die beiden auf der Straße vor dem Saloon und kam ihnen entgegen gerannt. „Joe, Adam! Was ist passiert?“ rief Hoss aufgebracht. „Ich weiß es nicht Hoss. Ich fand ihn so hergerichtet im Saloon. Er war wohl in eine Prügelei verwickelt“, antwortete Adam. „Oh Mann, Joe ich habe dir doch gesagt du sollst ruhig bleiben.“ rief Hoss ärgerlich. „Hoss kümmere du dich um die Bestellung im Warenladen. Luke schafft die Sachen für uns schon aus dem Lager. Ich war eben bei ihm.
Dann bring ich Joe während dessen zu Dr. Martin“, schlug Adam vor.
„Ja OK, dann treffen wir uns gleich bei Luke“, sagte Hoss und machte sich auf den Weg.
Adam schleppte seinen Bruder eine Straße weiter zum Arzt. Dieser war glücklicherweise in seiner Praxis und hatte sofort Zeit um sich Joe anzusehen.
„Oh, was ist denn mit Joe passiert?!“ sagte Dr. Martin sofort, als er sah wie Joe hergerichtet war. „Er ist in eine Prügelei geraten. Er hat ganz schön was abbekommen. Sehen Sie sich ihn mal an Dr.“ bat Adam. „Setze ihn hierher auf die Liege.“ Der Doktor untersuchte Joe einige Minuten, dann stellte er fest: „ Sieht schlimmer aus als es ist. Die Nase blutet zwar und sein Auge ist angeschwollen, aber das wird wieder. Da kann er froh sein, dass er nicht mehr abbekommen hat.“ Adam war froh, dass es seinem Bruder besser ging als erwartet. Joe konnte nach einer Weile auch wieder besser laufen, sodass Adam ihn nur noch leicht stützen musste. Gemeinsam gingen sie zu Luke, wo Hoss schon die ersten Mehlsäcke auf den Wagen auflud.

„Na wie steht’s um Joe?“ fragte Hoss besorgt. „Es geht ihm besser als er aussieht.“ Lachte Adam. „Dr. Martin meinte, er hätte Glück gehabt.“
„Wo sind denn die Typen geblieben, denen du die 400$ schuldest Joe?“ fragte Hoss seinen jüngeren Bruder. „Ich weiß nicht. Ich wollte die Karten sehen, ob sie in Ordnung sind und dann kam es zu einer Prügelei. Irgendwann sind die Kerle dann verschwunden“, erzählte Joe.
„Du hast 400 Tacken verspielt Joe?“ fragte Adam ungläubig. „Ja, aber nur weil Hoss so lange gebraucht hat um das Geld für die Vorräte zu holen und ich mich gelangweilt habe“, entgegnete Joe. „Ich war eben auf der Ranch um die Kutsche zu holen. Dabei habe ich eine Nachricht von Pa im Haus gefunden. Er will, dass wir sofort zum östlichen Holzfällercamp kommen, wenn wir die Arbeit erledigt haben, weil die Holzfäller wegen der Hitze die Arbeit verweigern.“ „Den Streik kann ich diesmal ausnahmsweise verstehen, es ist wirklich verdammt heiß“, sagte Hoss. „Ich habe aber dem Deputy versprochen Sheriff Coffee zu suchen um ihm über den Banküberfall zu berichten“, erwähnte Hoss. „Welcher Banküberfall?“ fragten Joe und Adam wie aus einem Munde.
„Stimmt, ich bin noch gar nicht dazu gekommen euch davon zu erzählen. Ich habe vorhin einen Bankräuber geschnappt. Der hat sich aber auch ziemlich dumm angestellt. Der Kerl ist mir mit samt der Beute doch glatt in die Arme gelaufen. War wohl ein Anfänger. Der Deputy meint er ist einer von den Wilson-Brüdern. Na ja und ich soll Coffee darüber bescheid geben, weil der Deputy das Gefängnis nicht unbeaufsichtigt lassen kann“, berichtete Hoss.
„Ich habe 300$ Belohnung für den Fang bekommen. Außerdem habe ich noch die 400$, die Joe eigentlich verspielt hat. Damit können wir jetzt die Vorräte bezahlen“, fügte Hoss hinzu.
Gemeinsam luden die Brüder die verschiedenen Dinge die Ben bestellt hatte auf den Wagen.
Darunter waren verschiedene Konserven, Mehl, Pfeifentabak für Ben, Kartoffeln, Bohnen etc.
Als alles auf den Wagen geladen war bezahlte Hoss die Sachen bei Luke und die drei Brüder sprachen ab, dass Hoss die Kutsche mit samt den Waren zur Ranch fahren sollte, während Joe und Adam nach Sheriff Coffee Ausschau halten wollten.
„Am besten du stellst die Sachen nur schnell ab und fährst dann zu Pa ins Holzfällercamp, denn er meinte es wäre dringend. Du wirst ihm am besten weiterhelfen können, du bist der Kräftigste von uns Dreien“, sagte Adam. „Ach, ihr wollt euch doch nur vor der Arbeit drücken“, klagte Hoss die beiden scherzhaft an. „Keine Angst Dicker, wir kommen ja nach sobald wir Coffee gefunden haben“, sagte Joe lachend und zwinkerte ihm zu.
Hoss schwang sich auf den Kutschbock und fuhr mit der voll beladenen Kutsche los.
„Lass uns mal schauen, ob Coffee wieder in sein Büro zurück gekehrt ist“, schlug Adam vor.
Im Gefängnis war aber nur der Deputy, der weiterhin Wache schob.
„Hallo Mr. Smith“, „Hallo“, begrüßte sie der Deputy.
„Wir wollten nur wissen, ob Sheriff Coffee inzwischen aufgetaucht ist. Unser Bruder konnte ihn nämlich nicht auffinden“, erzählte Adam. „Nein, bisher nicht. Langsam mache ich mir Sorgen. Sein Rundgang dauert nie länger als zwei Stunden. Es muss irgendwas vorgefallen sein, dass er so lange braucht. Es würde mich nicht wundern, wenn die Wilson-Brüder dahinter stecken. Sie kommen aus dem benachbarten Bundesstaat. Coffee hat letzte Woche erst ein Warnschreiben bekommen, dass die Brüder wieder auf freiem Fuß sind. Seht ihr?!“
Der Deputy nahm das Schreiben aus der Schublade und hielt es den Cartwrightbrüdern hin.

An den Sheriff von Virginia City:
Lieber Mr. Coffee,
ich muss Ihnen mitteilen, dass ich die Gebrüder Wilson letzte Woche aus dem Gefängnis entlassen musste, da sie ihre Strafe sachgemäß und vollständig abgebüßt haben. Sie befinden sich also seit Montag wieder auf freiem Fuß. Daher bin ich verpflichtet alle umliegenden Bundesstaaten vor den Brüdern zu warnen. Auch Ihre Stadt könnte von ihnen heimgesucht werden. Sollten die Brüder wieder aufgrund einer Straftat verhaftet werden, bitte ich um umgehende Benachrichtigung.

Viele Grüße,
Mr. Tea

„Wenn ich das so lese, hört es sich aber nicht gerade so an, als wären die Kerle harmlos.
Warum begeht dann einer alleine einen Banküberfall. Das wäre doch viel einfacher, wenn draußen einer Schmiere steht und der andere beim Einpacken hilft oder nicht?“ überlegte Adam. „Ja, das frag ich mich eben auch Adam. Entweder sind die so dumm oder das ist Teil eines Plans.“ Der Deputy hatte den Satz kaum zu ende gebracht als eine Frau aufgebracht und völlig durch den Wind ins Gefängnis gestürmt kam. „Deputy! Deputy! Sheriff Coffee und mein Mann wurden gekidnappt!“ Die Frau konnte kaum reden, so schnell war sie gelaufen.
„Beruhigen Sie sich Madam“, redete Mr. Smith auf sie ein. „Wann wurde Coffee, wo und von wem gekidnappt? Alles der Reihe nach.“ „Sie haben sich in der Poststation verschanzt und drohen Coffee und meinem Mann, dem Bürgermeister etwas anzutun, wenn der Gefangene nicht mit samt dem Geld frei gelassen wird. Mein Mann wollte etwas mit dem Sheriff besprechen, dabei scheint er wohl in die Geiselnahme geraten zu sein.“, keuchte die Frau völlig außer Atem. „Da stecken 100%-ig die anderen beiden Wilson-Brüder dahinter“, sagte Mr. Smith. „Madam sagen Sie, wissen Sie wie viele Männer sich auf der Poststation aufhalten? Sind es nur seine Brüder oder noch mehr?“
„Das weiß ich leider nicht“, antwortete die Frau.
„Tun Sie was Deputy mein Mann schwebt in Lebensgefahr!“
„Joe, Adam ich ernenne euch hiermit zu meinen Gehilfen, wenn ihr einverstanden seid. Nehmt euch einen Deputy-Stern.“ Mr. Smith ging zu einem Schrank und holte zwei glänzende silberne Deputy-Sterne hervor.
„Die Brüder wollten sicher gehen, dass sie das Geld bekommen und haben sich daher mit der Geiselnahme abgesichert, dass sie das Geld auch bekommen würden, wenn ihr Bruder bei dem Überfall geschnappt werden sollte. Gar nicht so dumm die Kerle.
Joe, Adam wir müssen uns ein Bild von der Lage machen. Ich bleibe hier und bewache den Wilson-Bruder und ihr schaut, ob ihr herausfinden könnt, wie viele Leute sich in der Poststation befinden und wie sie sich die Geiselfreilassung vorstellen. Ich versuche inzwischen per Telegrafie Verstärkung zu bekommen. Viel Glück Jungs!“
Adam und Joe entsicherten ihre Pistolen und rannten dann in Richtung Poststation.
Einige Leute standen in sicherem Abstand dort und hatten anscheinend einen Kontakt zu den Geiselnehmern hergestellt. Ein ziemlich großer Mann mit einem rot karierten Hemd rief hinüber: „Was wollt ihr den mit der Geiselnahme erreichen? Ihr kommt niemals lebend aus dieser Stadt heraus. Eine ganze Meute aufgebrachter Leute ist bereit euch zu lynchen!“
Adam und Joe mischten sich unter die Menge und hörten das Gespräch mit an.
Nach einer Weile zog Adam Joe zur Seite: „Joe ich glaube, ich habe eine Idee. Dafür müssen wir aber unsere Deputy-Sterne abnehmen. Man darf uns nicht als Komplizen des Hilfssheriffs erkennen.“ Beide nahmen ihren Stern von der Brust und schoben ihn in ihre Hosentasche.
Adam erklärte Joe seinen Plan und versuchte dann so unauffällig wie möglich zu dem Mann mit dem karierten Hemd zu gelangen: „Psst.“ Der Mann drehte sich um „Mein Bruder und ich sind vom Deputy zu Hilfssheriffs ernannt worden. Deshalb wäre es gut, wenn du mir einige Fragen beantworten könntest. Damit wir den Sheriff und den Bürgermeister da heil herausholen können“ „Hilfssheriffs?“ fragte der Mann ungläubig. „Wo sind denn eure Sterne?“ Joe und Adam zogen jeweils ihren Stern unauffällig ein kleines Stück aus der Tasche hervor. „Den sollen die Geiselnehmer nicht unbedingt sehen.“ flüsterte Joe. „Wissen die Geiselnehmer, dass die zweite Geisel der Bürgermeister von Virginia City ist?“ begann Adam zu fragen.
„Nein, diese Kerle haben sich schon als Wilson-Brüder zu erkennen gegeben und sie sind nicht von hier, daher denke ich nicht, dass sie wissen um wen es sich handelt“, antwortete der Cowboy. „Ich und einige andere Männer haben schon versucht ihnen zu verstehen zu geben, dass sie ohnehin keine Chance haben ungeschoren davon zu kommen. Aber die Kerle bleiben hartnäckig.“ „OK und weißt du auch wie viele Personen sich im Gebäude befinden?“ fragte Joe weiter. „Ja, nur die beiden Wilson-Brüder, der Sheriff und der Bürgermeister.“
„Sicher werden sie schon an der Aufmachung des Bürgermeisters erkennen, dass es sich um eine höher gestellte Person handelt. Vermutlich haben wir dann keine Chance wenigstens eine der Geiseln als unbedeutende Person auszugeben und so freizubekommen“ überlegte Adam.
„Dann machen wir es etwas anders, dann klappt es vielleicht doch. Du hältst den Kontakt zu den Geiselnehmern, Joe du wartest hier und versuchst alles unter Kontrolle zu halten und ich informiere den Deputy.“
Vor dem Gefängnis hatte sich bereits ein aufgebrachter Mopp versammelt, der den Deputy anklagte, er würde seiner Aufgabe nicht nachkommen und tatenlos in seinem Büro sitzen.
Adam drückte sich durch die Menge und schaffte es schließlich in das Gebäude zu kommen.
„Deputy! Ein Mann hält zurzeit den Kontakt mit den Geiselnehmern aufrecht. Mein Bruder versucht die Situation unter Kontrolle zu bringen. Wir haben erfahren, dass sehr wahrscheinlich nur die beiden Wilson-Brüder die Geiseln bewachen.
Wir könnten es also so versuchen.“ Adam erzählte dem Deputy von einem möglichen Plan den sich Joe, er und der Mann mit dem karierten Hemd ausgedacht hatten.
„OK Adam, ich habe auch keine bessere Idee. Also versuchen wir es so. Josh du und deine Männer ihr umstellt das Gebäude!“ wies er einen Mann an, der zu dem zusammengetrommelten Trupp an Verstärkung gehörte. „Also los!“ rief der Deputy und gab Adam ein bestätigendes Kopfnicken für den Beginn der Durchführung.
Adam befreite den Wilson-Bruder aus dem Gefängnis, legte ihm Handschellen an und führte ihn aus der Zelle, während Mr. Smith zur Bank lief um das Geld zu holen.
Der Bankier wollte das Geld nur widerwillig herausgeben, aber schließlich konnte der Deputy ihn davon überzeugen, dass er sein Geld wiederbekommen würde.
Adam drückte dem Gefangenen den Colt in den Rücken, so führten sie den Wilson-Bruder vor die Poststation. Der Deputy übergab Adam die Tasche mit dem Geld, trat dann näher an die Poststation heran und rief: „Wilson! Kannst du mich hören? Ich mache dir einen Vorschlag.“ „…und der wäre?“ hallte eine Stimme aus dem Gebäude.
„Wir geben euch euren Bruder gegen die eine Geisel zurück und das Geld gegen den Sheriff.
Erst wird Geisel gegen Geisel getauscht, dann das Geld gegen die zweite Geisel.“
Während der Deputy einen der Wilson-Brüder durch das Gespräch ablenkte, umstellten einige Männer, die sich freiwillig zur Beihilfe bereiterklärt hatten, die Poststation.
Joe schlich unauffällig zu dem einzigen Fenster das der Raum, in dem sich die Geiseln befanden aufwies. „Also Adam wird euren Bruder jetzt aus den Handschellen befreien und ihr schickt uns die erste Geisel im Gegenzug heraus“, schrie der Deputy. Einer der Wilson-Brüder trat ein Stück mit dem Bürgermeister als Schutzschild vor sich aus der Tür heraus.
Wie besprochen schloss Adam die Handschellen auf, nahm den Wilson-Bruder als Schutzschild vor sich und ging einige Schritte auf den Bürgermeister zu.
„Bei drei, lasst ihr beide die Geiseln los. Eins…zwei…“ zählte Mr. Smith. „….und drei!“
Adam ließ den Wilson-Bruder los, auch der Bürgermeister wurde losgelassen.
Schnell wurde der Bürgermeister in die schützende Masse der Leute gezogen und seine Frau viel ihm erleichtert um den Hals: „Oh Darling, ich bin so froh, dass dir nichts passiert ist. Geht es dir gut?“ „Ja, ja Liebling, nichts passiert.“ antwortete der Bürgermeister etwas außer Atem und tupfte sich den Schweiß mit einem Tuch von der Stirn.
„ So, jetzt das Geld her!“, hallte eine tiefere Stimme aus der Poststation.
„Wir verlangen außerdem drei Pferde und eine Stunde Vorsprung.“
„Einverstanden! Wir besorgen die Pferde.“, rief der Deputy.
Joshs Männer und Joe hatten sich inzwischen hinter und seitlich der Poststation postiert.
Sie warteten nur auf den richtigen Augenblick für den Übergriff.


Zuletzt von Adam4ever am So Feb 07, 2010 8:31 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   So Feb 07, 2010 8:29 pm

Rasch wurden drei Pferde vom Pferdehändler organisiert. Der Deputy befestigte die Tasche mit dem Geld an einem der Sättel. „Die Pferde sind bereit. Das Geld ist aufgeladen.“, rief der Deputy. „Ok, meine Brüder nehmen die Pferde und das Geld in Empfang. Danach übergebe ich euch den Sheriff.“ Zwei mittelgroße Männer traten aus dem Hauseingang hervor. Sie trugen abgewetzte, staubige Kleidung. Langsam und voller Misstrauen in den Augen schritten sie auf die bereitgestellten Pferde mit dem Geld zu. Adam hielt die Zügel der Pferde in der Hand und überreichte sie ihnen. „Ok, Blake wir haben sie.“ schrie einer der beiden.
Die beiden Wilson-Brüder bestiegen ihre Pferde und ritten außer Schussweite.
Blake, der dritte der Wilson-Brüder war noch in der Poststation mit Sheriff Coffee.
Langsam kam er den halb bewusstlos geschlagenen Mr. Coffee schützend vor sich haltend einige wenige Schritte aus dem Haus hervorgetreten. „Ich werde Coffee ein Stück auf dem Pferd mitnehmen und ihn dann absetzen um sicher zu gehen, dass mir niemand in den Rücken schießt, wenn ich mit meinen Brüdern davon reite.“, hallte die Stimme des Ganoven über den Platz vor der Poststation. „Das war nicht Teil der Abmachung.“, schrie der Deputy empört.
In diesem Moment stürmten die Hintermänner das Gebäude. Joe hatte die Fensterscheibe eingeschlagen und war durch das Fenster gesprungen. Ehe sich Blake versehen hatte, standen er und die anderen Männer hinter ihm. Joe drückte ihm seine Pistole in den Rücken.
„Lassen Sie Mister Coffee los, wenn Ihnen ihr Leben lieb ist.“, drohte Joe mit bitterem Ernst in der Stimme. Adam lief auf den Sheriff zu und zog ihn von Blake weg. Blake stand mit seiner Waffe in der Hand da. Er wusste, dass seine Lage aussichtslos war. „Lass den Revolver fallen!“, schrie der Deputy. Kaum war das Wort verklungen hallte ein Schuss über den Platz.
Der Deputy brach zusammen. Blake hatte auf ihn geschossen. Der Widerhall des Schusses war noch nicht ganz verklungen als der nächste Schuss losging. Diesmal war es Blake der heftig blutend zusammensackte. Joe hatte auf ihn geschossen.
Sofort lösten sich einige Leute aus der abseits stehenden Menschentraube und eilten zu Mr. Smith. Abgelenkt durch die beiden am Boden liegenden Männer, wollten sich die beiden verbliebenen Wilson-Brüder mit samt dem Geld aus dem Staub machen.
Gott sei Dank, hatte man vorgesorgt und genügend Pferde zur Verfolgung bereitgestellt.
Sofort nahmen zehn Männer die Verfolgung auf. Die Hufe der Pferde donnerten über den Boden und die Gruppe verschwand in der Ferne in einer Wolke von Staub.
Joe stellte fest, dass Blake tot war. Der Deputy keuchte und atmete schwer vor Schmerzen.
Rasch war Dr. Martin herbeigeeilt und kümmerte sich erst um Mr. Smith, dann um Sheriff Coffee. „Ein Durchschuss. Er hat Glück. Es wurde keines der inneren Organe beschädigt. Bringt ihn in meine Praxis.“ Sofort eilte ein kräftiger Mann herbei. Adam packte den Deputy unter den Armen, der andere Mann griff nach den Füßen. Gemeinsam schleppten sie ihn in Richtung der Arztpraxis. Sheriff Coffee war bereits wieder bei vollem Bewusstsein.
„Sie haben eine heftige Platzwunde am Hinterkopf Sheriff.“ stellte der Dr. fest. „Ja, die Mist-Kerle haben mir einen mit dem Revolver über den Schädel gezogen“, entgegnete Coffee.
„Nicht reden. Sie müssen zur Behandlung in meine Praxis.“ Joe war sofort zur Stelle und stützte Coffee um ihn zur Praxis zu begleiten.
In der Praxis hatte der Arzt die beiden Verletzten rasch versorgt. Mr. Smith wurde verbunden und Coffees Platzwunde genäht.
Die Leute beruhigten sich allmählich wieder. Joe und Adam viel mit einem Male wieder die Bitte ihres Vaters ein, so schnell wie möglich zum Holzfällercamp zu kommen. Also machten sie sich auf den Weg zu den Pferden. Gerade wollten sie sich in die Sättel schwingen, als der Verfolger-Trupp zurück kehrte mit zwei Gefangenen im Schlepptau. Sie hatten die geflohenen Willson-Brüder tatsächlich überwältigt und zur Stadt zurück gebracht.
Auch das Geld hatten sie dabei. „Hey, Adam, Joe! Schaut mal wir haben die Kerle erwischt.“, sagte der Mann mit dem karierten Hemd mit sichtlichem Stolz. „Sollen wir sie jetzt gleich aufhängen?“ fragte einer der Männer. „Nein.“, sagte Adam. „Sie bekommen einen fairen Gerichtsprozess und werden rechtmäßig verurteilt.“ „Ach komm Adam du kennst die Kerle, die drehen ein krummes Ding nach dem anderen und beinahe hätte es Tote gegeben.
Wir sollten sie jetzt auf der Stelle lynchen, bevor sie weiteres Unheil anrichten.“
„Nein, mein Bruder hat Recht. Wir können die Wilson-Brüder nicht wie ein aufgebrachter Mopp am nächst besten Baum aufknüpfen. Oder willst du vielleicht dafür verantwortlich sein und selbst vor Gericht gestellt werden?“
„Na gut Joe, aber wenn die Kerle noch mal zuschlagen wird es bestimmt Tote geben“, entgegnete der Mann. „Es wird keine Toten geben, weil die beiden in den Knast wandern werden.“, entgegnete Adam mit einer festen, überzeugten Stimme.
„OK Männer, übergebt die beiden den Cartwrights! Das Geld auch Jack“, befahl der Mann im karierten Hemd.
Sofort stiegen mehrere Männer des Verfolgertrupps von ihren Pferden und hievten die beiden Gefangenen von den Pferden. „So hier sind die Kerle und die Kohle. Bringt sie zum Sheriff, wenn ihr sie nicht lynchen wollt.“ „Gute Arbeit“, sagte Joe.
Der Trupp löste sich rasch auf. Die Männer verschwanden in verschiedene Richtungen, einige wollten noch gemeinsam ein Bier im Saloon trinken gehen um ihren Erfolg zu feiern.
„Komm Adam, wir bringen die Kerle zu Sheriff Coffee.“
„Bist du sicher, dass Coffee nach der Aktion schon wieder bei der Arbeit ist? Er wird sich doch hoffentlich erst mal ausruhen. Er hat ganz schön was abbekommen“, antwortet Adam seinem Bruder. „Wie ich Coffee kenne sitzt er an seinem Schreibtisch und geht die Post durch. Wollen wir wetten?“ forderte Joe seinen Bruder heraus.
„Ja, ich fürchte du hast Recht.“ Die Brüder brachten die gefesselten Wilsons zum Gefängnis.
Kaum hatten sie die Türe geöffnet bestätigte sich Joes Vermutung. Coffee saß tatsächlich an seinem Schreibtisch mit einem Kaffee und durchforstete einen Stapel Papiere.
„Oh, hallo Jungs!“ begrüße sie der Sheriff. „Hallo Mr. Coffee.“ entgegneten die Brüder.
„Wie geht es Ihnen?“ fragten sie beinahe gleichzeitig. „Ach schon besser, aber was habt ihr mir denn da mitgebracht?“ „Der Verfolgertrupp hat die Wilson-Brüder geschnappt.“ sagte Joe. „Gute Arbeit. Dann bring ich sie mal in die Zellen.“ Gerade wollte Coffee aufstehen als Adam und Joe anboten, diese Aufgabe zu übernehmen, damit Coffee sich schonen konnte.
„Na gut Jungs, wenn ich ehrlich bin schwirrt mit der Schädel noch ein wenig.“ gab Coffee zu.
„Warum gehen Sie nicht nach Hause und ruhen sich erstmal aus?“ schlug Adam vor.
„Und wer passt auf die Gefangenen auf?“ entgegnete er. „Wir könnten das übernehmen, wenn Sie wollen.“ bot Joe an. „Nein, nein Jungs, das ist nett von euch, aber so schlecht geht es mir auch wieder nicht. Ich mag schon älter sein, aber so schnell lass ich mich nicht unter kriegen.“
Adam und Joe mussten grinsen. Das war typisch Sheriff Coffee.
Schnell waren die beiden Wilson-Brüder in die Zellen gesperrt. Joe übergab den Zellenschlüssel an Sheriff Coffee. „Dann machen Sie es gut und sagen Sie uns bescheid, wenn Sie Hilfe brauchen“, sagte Joe. „Bis dann“, sagte Adam und die Brüder verließen das Gefängnis. „Ob Pa und Hoss die Holzfäller wohl wieder zum Arbeiten gekriegt haben?“ fragte Adam. „Hm. Vielleicht. Lass uns nachsehen.“ Beide schwangen sich auf ihre Pferde und machten sich auf den Weg zum Holzfällercamp. Doch sie hatten kaum das Ende der Stadt erreicht, als ihnen ein Trupp Männer auf Pferden den Weg versperrte.
Ein Mann mit brauner Lederweste auf einem gräulichen Pferd drängte sich nach vorne. Es war Ed.
„Na, da sind ja die feinen Herren Carthwright. Ihr schuldet uns Geld. Ganz genau 400 Piepen.“ „Ist das der Kerl gegen den du das Spiel verloren hast, Joe?“ flüsterte Adam seinem Bruder zu. „Ja, aber die Kerle haben mit Sicherheit nicht fair gespielt. Sie wollten mich die Karten nicht untersuchen lassen. Die waren 100%-ig gezinkt.“
„Was ist? Hat es euch die Sprache verschlagen? Habt wohl nicht gedacht, dass ich auf mein Geld bestehe“, raunze Ed sie an. „Soll ich ihnen das Geld geben?“, fragte Joe seinen Bruder.
„Tja, du hast keine andere Wahl, es sei denn du hättest Beweise. Wenn wir uns mit der Horde nicht herumprügeln wollen, wirst du es ihnen geben müssen“, riet ihm Adam.
„Wenn ich es mir so überlege, würde ich mich lieber prügeln, als den Falschspielern die 400$ zu überlassen.“ „Joe, zwei Verletzte reichen. Lass den Blödsinn. Die schlagen dich nieder und nehmen sich das Geld. Wir haben keine Chance gegen 15 Mann.“ Joe hörte zur Abwechslung mal auf den Rat seines Bruders. Er stieg langsam von Cochise ab und wollte gerade nach dem Geld greifen. „Oh verfluchter Mist. Adam, Hoss hat das Geld.“ „Oh man Joe, das ist nicht wahr oder?“ „Ich fürchte doch.“ sagte Joe beschämt.
„Dann muss einer von uns noch mal in die Bank. Ich habe nur 100$ bei mir.“
„Also hör zu Ed. Wir haben nur 100$ dabei. Den Rest bekommst du ein anders mal, wir haben jetzt keine Zeit.“ rief Joe. „Ich will die 400 Piepen bar auf die Hand sofort!“ schrie Ed aufgebracht. „Diesmal bleibt aber dein Bruder hier und du gehst die Kohle holen.“ legte Ed fest. „Das ist ja wohl unsere Sache wer das Geld holen geht.“ raunzte Joe zurück.
Ed bekam vor Wut einen roten Kopf. „Schon gut Joe. Hol einfach schnell das Geld, damit wir die Sache aus der Welt schaffen können“, sagte Adam um eine Prügelei zu verhindern. „Demnächst lässt du einfach das Glücksspiel, dann bringst du dich auch nicht ständig in Schwierigkeiten.“ Joe machte sich auf den Weg zur Bank um noch mal 300$ abzuholen.
Rasch war das Geld besorgt. Ed bekam sein Geld und der Trupp machte sich davon.
„Pa wird sich sicher freuen, wenn er sieht, dass sein Konto um ein paar hundert Dollar leichter ist.“ überlegte Adam. „Nein, wir müssen Hoss dazu überreden, dass er uns das Geld gibt, das er als Belohnung bekommen hat.“ schlug Joe vor während sie sich auf dem Weg zum Holzfällercamp befanden. „UNS? Du hast das Geld doch verspielt. Außerdem glaube ich nicht, dass Hoss dir das Geld so einfach gibt.“ „Pa wird mir das Fell über die Ohren ziehen, wenn er dahinter kommt.“, befürchtete Joe. Sie ritten gerade an einigen dürren Bäumen auf einem erdigen Pfad entlang. Langsam näherten sie sich dem Holzfällercamp. Die ersten Ponderosa-Tannen tauchten vor ihnen auf. Sie hatten das Waldgebiet erreicht.
Einige Minuten später trafen sie auf eine kleine Gruppe Männer, die in der Hitze mühsam die dicken Tannen fällten. Es waren kaum mehr als 10 Mann, soweit Little Joe und Adam die zwischen den Bäumen schuftenden Männer überblicken konnten.
Adam sah einen der Gruppenleiter, den sie als solchen bestimmt hatten, denn er war schon älter, um die 40 Jahre alt und hatte schon eine Menge Erfahrung.
Er sprang von seinem Pferd ab und ging zu ihm. „Hallo Sack. Wie läuft’s?“
„Hallo Adam. Nicht gut. Wir sind die einzigen, die bei der Hitze noch weiter für deinen Vater arbeiten wollten. Der Rest hat die Arbeit verweigert.“
Nun kam auch Joe mit den beiden Pferden näher. „Hallo Joe!“
„Hallo Sack!“ antwortete er. „Weißt du wo Hoss und Pa sind?“ fragte Adam schließlich.
„Ja, sie wollten sich eine kurze Verschnaufpause oben in der Hütte gönnen, einen Schluck trinken und ein paar Minuten ausruhen.“ antwortete Sack. Er war sichtlich erschöpft, denn er und seine Männer arbeiteten schon seit dem Morgen oben in den Wäldern.
„Komm Joe wir gehen zu ihnen“, schlug Adam vor und klopfte Sack dankend für seine Treue auf die Schulter zur Verabschiedung. Sack angestrengter, müder Blick hellte sich kurz zu einem Lächeln auf, bevor er mit seiner Arbeit fortfuhr.
Adam und Joe stiegen auf ihre Pferde und ritten die Anhöhe weiter hinauf, wo sich die kleine Holzfällerhütte befand. Vor der Hütte fanden sie Buck und Shubber vor. Sie standen dort und grasten genüsslich. Joe und Adam stellten ihre Pferde dazu und betraten die Hütte.
„Hallo Jungs, da seid ihr ja endlich!“ rief Ben erfreut. „Ihr kommt etwas spät. Ist was dazwischen gekommen?“ „Ja.“ sagte Joe. Er wollte gerade erläutern, was passiert war, aber Ben ließ ihn nicht ausreden. „Kommt Jungs. Hoss und ich können eure Hilfe gut gebrauchen.
Wenn wir den 3-Hektar-Auftrag noch heute erfüllen, hat uns Mr. Mortensen einen 50%-igen Zuschlag versprochen, d.h. wir bekommen nicht 2000$, sondern 3000$ für den Auftrag. Ist das nicht ein großzügiges Angebot?! Wir müssen den Auftrag aber bis heute Abend um 6PM erfüllt haben. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit. Es fehlen noch 22 Tannen.“
Ben stand sofort auf und packte entschlossen seine Axt. Hoss tat es ihm gleich.
Joe und Adam folgten ihnen. „Die Männer, die uns noch geblieben sind machen gleich Feierabend und sie schaffen noch ca. 10 Tannen, schätze ich. Die anderen 12 müssen wir zu viert in der vorgegeben Zeit schlagen, sonst ist das Angebot ungültig. Mr. Mortensen besteht darauf, dass wir sie bis 6PM liefern. Wir schlagen also jeder drei der Tannen, dann haben wir den Auftrag erfüllt. Uns bleiben noch 1,5 Stunden Zeit.“
Hastig eilte Ben mit seinen drei Söhnen im Schlepptau in den nördlichen Teil der Waldfläche.
„Hier ist der Bestand dicht. Hier können wir die Tannen schlagen. Adam du schlägst diese Tannen.“ Dabei deutete Ben auf drei gewaltige Tannen vor ihnen, die schon doppelt so alt sein mussten, wie Ben selbst. „Hoss, Joe ihr geht auf die andere Seite des Flusses! Dort sind
bereits einige Tannen, die gefällt werden sollen, gekennzeichnet.“
Die Söhne folgten ihrem Vater auf’s Wort und begannen die Äxte in das alte Holz der mächtigen Tannen zu rammen. Obwohl die Sonne ganz allmählich begann unter zu gehen, herrschte noch immer eine drückende Hitze. Die ersten Tannen waren schnell gefällt. Aber bald ließen die Kräfte nach. Immer häufiger mussten sie einen Schluck Wasser nehmen.
Nach einer Weile tauchte Sack auf. „Wir sind fertig Mr. Cartwright. Wir haben bis Punkt halb sechs gearbeitet, wie es im Vertrag vereinbart ist.“ „Danke Sack. Ihr seid die einzigen, auf die wir uns auch jetzt verlassen konnten. Ich werde euch einen Gehaltszuschuss auszahlen. Gute Arbeit!“ sagte Ben. „Danke Sir.“ Dann verschwand Sack um seine Sachen zu holen und in den Feierabend zu gehen. „Los Jungs, jeder noch eine Tanne, dann haben wir es geschafft.
Beeilt euch! Wir haben nur noch eine halbe Stunde.“ Die Brüder legten sich ins Zeug und gaben ihr Bestes um die Tannen so schnell wie möglich zu fällen. Allen Vieren rann der Schweiß über die Stirn, dennoch kamen sie gut voran.
Joe wollte sich gerade einen Schluck Wasser nehmen, als er unten im Tal auf der Straße eine Kutsche entdeckte. „Pa! Pa!“ rief er sofort. „Mr. Mortensen ist bald hier. Er ist schon im Tal.“
„Was?“ rief Ben etwas erschrocken. „Wenn er bereits im Tal ist, bleiben uns keine zehn Minuten mehr. Los!“ trieb er seine Söhne an und rammte die Axt mit voller Kraft in den Stamm der riesigen Tanne. Hoss war als erstes fertig. Er rannte sofort zu Joe, der die Tanne neben ihm fällte. „Joe, ich helfe dir von der anderen Seite.“ Er rammte die Axt auf der anderen Seite in die Tanne. Man hörte bereits das Aufschlagen der Pferdehufe auf den felsigen Boden, als die letzten Tannen schließlich zu Boden vielen. Keine Minute später standen zwei Männer vor ihnen. „Hallo Mr. Cartwright. Mein Name ist Wood, Jonathan Wood.“ Stellte sich der Mann vor und gab Ben die Hand. „Hallo Mr. Wood.“ entgegnete Ben.
„Guten Tag.“ begrüßte er Bens Söhne. „Ich komme wegen des Holzauftrages von Mr. Mortensen. Er wartet in der Kutsche auf sie um das Geschäftliche zu klären.
Bitte folgen Sie mir.“ Ben ging sofort zu Buck. Während er sich auf den Rücken seines Pferdes schwang, rief er seinen Söhnen zu: „Jungs, ihr könnt schon mal zur Ranch reiten, ich komme dann später nach.“ Dann verschwand er mit Mr. Wood und dem anderen Mann hinter den Tannen. Joe, Adam und Hoss machten sich auf den Weg zurück zur Ranch.
„Puh, wir konnten den Auftrag gerade noch rechtzeitig erfüllen…“, sagte Joe und wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Ja, das ist wahr.“ sagte Hoss. „Ein paar Minuten weniger und wir wären nicht fertig geworden.“ sagte Adam. Während sich die Brüder auf dem Rückweg befanden, war Ben mit seinen beiden Begleitern bei der Kutsche unten im Tal angekommen. Ben hatte noch nie zuvor einen Auftrag von Mr. Mortensen erhalten, denn dieser war neu im Geschäft, aber er galt als schlauer und gleichzeitig gerechter und großzügiger Geschäftsmann.
Mr. Wood klopfte an die Türe der Kutsche. „Mr. Mortensen?“ „Ja, kommen Sie herein Wood.“ entgegnete eine Stimme aus der Kutsche. Mr. Wood öffnete die Türe und wies Ben mit einer Handbewegung an in die Kutsche zu steigen. „Hallo Mr. Cartwright, ich habe auf Sie gewartet.“ sagte er ruhig, aber bestimmt. Ben begrüßte den Mann und musterte ihn dabei kurz. Er trug einen edlen Anzug und einen Hut. Gerade war er dabei sich eine Zigarre anzuzünden. Alles deutete darauf hin, dass er ein ziemlich erfolgreicher junger Geschäftsmann war. „Konnten Sie den Auftrag zu dem früheren Zeitpunkt fertig stellen?
Es war ja doch recht kurzfristig.“ fragte er, als würde er dafür Verständnis haben, wenn es nicht so wäre. „Ja, wir haben es noch knapp geschafft.“ Sagte Ben leicht verlegen.
„Sehr gut! Möchten Sie auch eine Zigarre?“ fragte er, während der Zigarrenrauch seinem Mund entfloh. Er nahm genüsslich einen weiteren Zug, als Ben sagte: „Nein danke. Ich rauche nur gelegentlich Pfeife.“ „Mr. Cartwright Sie haben gute Arbeit geleistet. Ich weiß Flexibilität und Spontanität, wie Sie sie aufweisen sehr zu schätzen. Wie versprochen werde ich Ihnen den 50%-igen Zuschlag dazu geben. Ich hoffe wir werden auch weiterhin Partner bleiben, denn ich kann zuverlässige Geschäftspartner gut gebrauchen.“
„Danke Mr. Mortensen selbstverständlich können wir Partner bleiben.“ sagte Ben.
„Ich könnte ab nächster Woche noch mal gut die doppelte Menge Holz gebrauchen.
Im Westen soll eine Brücke zur Ostverbindung für die Eisenbahn gebaut werden.
Wenn Sie Interesse haben, könnten wir den Vertrag schon jetzt abschließen.“
sagte Mr. Mortensen und nahm erneut einen Zug an seiner Zigarre.
„Es tut mir leid, wenn wir diese Menge schlagen würden, wären unserer Wälder in ihrem Bestand gefährdet. Eine solch große Menge können wir nicht schlagen. Dieses Jahr dürften es noch maximal 2 Hektar sein, aber nicht mehr.“ antwortete Ben selbstbewusst.
„Wirklich Mr. Cartwright? Sie können doch im Gegenzug nächstes Jahr mehr Bäume anpflanzen. Überlegen Sie es sich, ich mache ihnen einen sehr guten Preis.“
Sagte Mr. Mortensen, während ein Schwall Rauch aus seinem Mund quoll.
„Nein, ausgeschlossen. Sehen Sie, für jeden Baum den wir fällen wird ein neuer Baum gepflanzt. Nur so können wir die Wälder für unsere Kinder, Enkel und Urenkel erhalten.
Ich werde keine Ausnahme machen. Ich kann Ihnen lediglich die 2 Hektar Holz zugestehen, aber nicht mehr.“ antwortet Ben fest entschlossen.
„Wenn ich den Auftrag vergebe…“, sagte Mr. Mortensen „Will ich, dass er komplett erfüllt wird. Das heißt im Klartext, entweder Sie nehmen ihn so an, wie ich es Ihnen sage oder gar nicht. Dann vergebe ich den Auftrag anderweitig. Sie haben zwar hier in der Gegend eins der besten Hölzer, aber d.h. nicht, dass andere Leute kein gutes Holz liefern können. Also überlegen Sie es sich. Ich mache Ihnen ein einmaliges Angebot. 6000$ das können Sie nicht abschlagen. So einen Preis erzielen Sie mit Ihrem Holz nirgendwo.“ Er legte seine Zigarre bei Seite. „Was ist? Nehmen Sie an?“. „Nein, ich bleibe bei meiner Entscheidung. Im nächsten Jahr bin ich gerne bereit Ihnen eine größere Menge zu liefern, aber für dieses Jahr haben wir genug Bäume gefällt.“ sagte Ben. „Ich habe noch nie so einen bewundernswerten Sturkopf erlebt. Jeder andere hätte bei dem Preis nicht lange gefackelt. Nun gut, es ist Ihre Entscheidung.“ Mr. Mortensen zog ein Lederetui hervor. Er entnahm einige Scheine.
„So hier sind, wie versprochen Ihre 3000$. Es würde mich freuen irgendwann wieder mit Ihnen ins Geschäft zu kommen.“ Ben erhob sich. „Ja, auf Wiedersehen. Es war mir eine Freude dieses Geschäft mit Ihnen abzuschließen.“ Ben verließ die Kutsche und machte sich auf den Weg zurück zur Ranch. Inzwischen dämmerte es. Die Sonne ging langsam aber sicher hinter den Bergen unter. Ben erreichte die Ranch im Halbdunkel.
Er trat durch die massive Holztür der Ponderosa. Am Kamin saßen Joe und Hoss. Sie spielten Dame und tranken Kaffee. „Hallo Pa, da bist du ja endlich. Wir dachten schon du kommst gar nicht mehr.“ „Hallo Joe, hallo Hoss. Mr. Mortensen wollte gleich einen neuen Vertrag aushandeln, daher hat es länger gedauert.“ Ben legte seinen Hut und seinen Pistolenhalfter auf der Kommode ab. „Schon wieder? Hast du ihn angenommen“ fragte Joe leicht verwundert.
„Nein, so viel Holz hätten wir dieses Jahr nicht mehr schlagen können. Das ist für den Baumbestand nicht gut.“ sagte Ben. „Ach so.“ Sagte Joe und nahm einen Schluck Kaffee, während Hoss einen Stein in eine Dame verwandelte. „Dame!“ rief dieser erfreut.
„Mist.“ Sagte Joe und konterte sogleich mit einem Sprung über zwei von Hoss’ Steinen.
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Adam4ever
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   So Feb 07, 2010 8:30 pm

„Wo ist eigentlich Adam?“ fragte Ben während er sich Kaffee in eine Tasse goss.
„Ach, der ist noch mal in den Stall gegangen um nach Sport zu sehen.“ antwortete Hoss.
„Joe kannst du bitte Buck in den Stall bringen und ihn versorgen?“ sagte Ben und griff sich mit einer Hand an den Nacken um zu verstehen zu geben, dass er Nackenschmerzen hatte.
„Natürlich, Pa.“ sagte Joe und stand sofort auf. Er nahm die Zügel von Buck. Dieser wieherte leise und schnaubte dann. „Na komm alter Junge. Jetzt gibt es erstmal eine Portion Hafer.“ Sagte Joe besänftigend und streichelte dem Tier über die lange Mähne.
Im Stall hockte Adam neben Sport und verband dessen Bein.
„Hallo Adam. Na wie geht’s Sport?“ „Schon viel besser. Hoss’ Wundermittel hat gewirkt.
Ich schätze noch einen Tag ausruhen und Pflege, dann ist er wieder ganz der Alte.“
„Das wird Hoss bestimmt freuen, Adam.“ Sagte Joe, während er Buck begann zu striegeln.
„Soll ich dir helfen?“ fragte Adam und griff schon nach dem Hafersack. „Ja, er braucht noch Futter.“ Adam schüttete eine großzügige Portion in Bucks Futtertrog. Buck fing sofort an zu fressen. „Adam, was machen wir, wenn Pa wissen will, was wir mit dem Geld gemacht haben? Wir können ja schlecht behaupten die Preise bei Luke wären so stark gestiegen.
Hast du eine Idee? Pa wird sich fürchterlich aufregen, wenn er herausbekommt, dass ich das Geld verspielt habe.“ sagte Joe und neigte den Kopf, womit er seine Reue zeigte.
„Selbst wenn Hoss und ich dir Geld leihen würden, würde Pa die Geldbewegung auf seinen Kontopapieren sehen. Du wirst ihm also so oder so eine Erklärung abliefern müssen.“ sagte Adam. „Mist das habe ich gar nicht bedacht. Und wenn wir einfach eine kleine Notlüge erfinden und sagen, dass mir das Geld gestohlen wurde oder ich es verloren habe?“ zog Joe in Betracht. „Was? Du holst doch nicht einfach so 400$ vom Konto ab um es dann zu verlieren oder es dir stehlen zu lassen. Du brauchst einen plausiblen Grund, weshalb du die 400$ überhaupt erst abgehoben hast.“ Sagte Adam. „Stimmt. Oh Mann, Pa hat mir schon so oft gesagt, dass ich keine Glücksspiele spielen soll….er wird tierisch sauer sein, wenn er erfährt, dass ich es doch wieder getan habe.“ „Wie wäre es, wenn Hoss und ich dir jeder 200$ leihen.
Das Geld bringst du zur Bank und erzählst Pa dann die Wahrheit. Versprich ihm, dass du aus dem Fehler nun endlich gelernt hast. Das wird ihm lieber sein, als wenn er irgendwann herausbekommt, dass du ihn angelogen hast.“ „Ja du hast Recht Adam. Man muss für seine Fehler gerade stehen. Hoffentlich regt er sich nicht zu sehr auf.“
Als Joe und Adam den Stall verließen und ins Haus zurückkehrten, sagte Ben:
„Da seid ihr ja. Kommt lasst uns endlich zu Abend essen.“
„Es ist schon fast alles kalt“, meckerte Hop Sing. „Warum immer kommen zu spät zu Hop Sings Essen?“ fragte er und rannte empört zwischen Küche und Tisch umher.
„Das seien schon zweites Mal diese Woche. Wenn so weiter gehen Hop Sing gehen zurück nach China.“ schrie er aufgebracht. „Beruhig dich doch Hop Sing.“ Sagte Ben besänftigend.
„Es kommt diese Woche nicht noch mal vor, versprochen.“
Hop Sing war noch immer sauer und verschwand in der Küche, woraufhin lautes Fluchen zu hören war während er geräuschvoll Geschirr in die Schränke einsortierte.
Ben, Adam, Hoss und Joe luden ihre Teller mit Rinderbraten, Erbsen und Kartoffelpüree voll und begannen zu essen.
„Was habt ihr eigentlich den lieben langen Tag getrieben? Ihr solltet doch bloß die letzten Kälber branntmarken, die Zäune etwas ausbessern und die Vorräte abholen.“ sagte Ben.
Keiner der Dreien wollte auf diese Frage antworten, da alle befürchteten, dass er sich aufregen würde, wenn die Sache mit dem Geld herauskommen würde. Hop Sing kam zum Tisch und nahm die Soße um sie noch einmal aufwärmen zu gehen. Noch immer machte keiner der Dreien anstallten auf die eben gestellte Frage zu antworten. Die Brüder warfen sich gegenseitig unsichere Blicke zu bis schließlich Hoss begann: „Ja, Pa also es ist einiges dazwischen gekommen.“ Hoss berichtete von allen Vorfällen, Joe und Adam erzählten ebenfalls ihre Erlebnisse, aber den Teil mit dem verspielten Geld ließen sie dabei aus, denn keiner der Dreien hatte heute noch Nerven für eine Standpauke von ihrem Vater.
Als sie mit dem Essen fertig waren und sich gerade in Richtung Kamin begaben, fragte Ben:
„Joe?“ „Ja Pa?“ sagte Joe. „Was ist das für ein blauer Fleck an deiner Schläfe? Hast du dich etwa geprügelt?“ „Ähm…ja Pa.“ Stammelte Joe und ging ein paar Schritte auf Sicherheitsabstand. „Und wieso, wenn ich fragen darf?“ sagte Ben, wobei er eine düstere Miene aufsetzte, denn er ahnte, dass etwas im Busch war.
Joe überlegte nervös, was er antworten sollte, als ihm einfiel, dass er eben in der Scheune mit Adam vereinbart hatte, die Wahrheit zu sagen. So begann also Joes Beichte.
Er versprach schließlich, dass Geld zurück zu geben und nie wieder ein Glücksspiel anzurühren. Ben war entgegen der Erwartungen der Brüder, relativ gelassen.
„Joe, ich kann es nicht gut heißen, dass du das getan hast, aber immerhin siehst du deinen Fehler ein und hast mir die Wahrheit gesagt.“ Er ging einen Schritt auf seinen jüngsten Sohn zu. „Joe?“ sagte er, nahm ihn in den Arm und sagte: „Ich bin stolz auf dich. Genau wie ich stolz auf Hoss und Adam bin. Du bist noch jung und hast viele Flausen im Kopf, die hatten Hoss und Adam in deinem Alter auch. Aus Fehlern lernt man. Verspreche mir, dass du in Zukunft keine Karte mehr anrührst.“ „OK Pa. Ich rühre keine Karte mehr an, zumindest nicht, wenn es um Geldeinsatz geht.“ antwortete er und alle mussten lachen.
So fand der turbulente und ereignisreiche Tag einen ruhigen Ausklang vor dem Kamin.

The End
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   Do Apr 01, 2010 5:53 pm

wow Schwesterherz,

ein kleiner Roman, aber fand die Story sehr gelungen!! thumb
Demnächst hast du genug Stoff für ein eigenes Fanficiton-Buch!! thumb grins
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   So Jan 02, 2011 1:56 pm

[b]Deine Story ist der absolute Hit blumen
habe sie allerdings schon bei BB gelesen applaus

Deine Geschichte hätte mal verfilmt werden sollen,wäre m.a.s. einer meiner topp eps geworden. danke

adam lagerfeuer lesen wow goodjob
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   Do Jan 06, 2011 7:10 pm

Oh dankeschööön! Embarassed Da werde ich ja gleich ganz rot im Gesicht. grins Freut mich sehr, dass du dir die Geschichte durchgelesen hast, allerdings, war das mein aller erster Versuch eine Bonanza-Geschichte zu schreiben. haha thumb

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Liebe Grüße,
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   Fr Jan 07, 2011 10:24 am

Dein Erster Versuch flower

Die Story ist GROßARTIG geschrieben,wenn das dein erster Versuch war......da bin ich ja mal auf deine anderen Werke gespannt ja

bewertung really what a great story-love it...............LOL ulli
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BeitragThema: Re: Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag   Fr Jan 07, 2011 8:22 pm

Very Happy Danke Ulli! sunny loli hurrah

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Adam4ever


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Geschichte: Ein ganz "normaler" Tag
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